Der Bayerische Wald - Urwald, Wintersport und Glasproduktion

Endlos erscheinende Wälder - gewaltige Bergrücken im Wechsel mit sanften Kuppen - kleine Gebirgsseen, über denen morgens zarte Nebelschwaden liegen: der Bayerische Wald ist nicht nur das größte Waldgebiet Mitteleuropas, sondern auch eines der schönsten.

Etwa 6.000 Quadratkilometer Fläche nimmt das ostbayerische Mittelgebirge ein, das sich über weite Teile Niederbayerns und der Oberpfalz erstreckt. Urlaubsgäste treffen auf eine intakte Naturlandschaft mit sauberen, oft kristallklaren Gewässern und einer Luft, die nach diversen Messungen als die reinste in ganz Deutschland gelten kann.

Der Nationalpark Bayerischer Wald, der zwischen Lusen und dem Großen Falkenstein liegt, ist sogar der letzte verbliebene "Urwald" auf deutschem Boden. Es handelt sich also um eine Naturlandschaft, die von Menschenhand vollständig unberührt geblieben ist. Ein Teilgebiet (13.000 Hektar) des heutigen Nationalparks wurde bereits 1970 unter besondere Schutzbestimmungen gestellt. Siebzehn Jahre später (1997) erweiterte man den Nationalpark auf seine aktuelle Größe von 24.000 Hektar.

Auf bayerischen Boden entstand so das größtes Wald-Natur-Schutzgebiet des Kontinents.  Gemeinsam mit dem angrenzenden Nationalpark Sumava in Tschechien (der in der Saison 1999/2000 zur "Landschaft des Jahres" gekürt wurde) bildet der Nationalpark Bayerischer Wald ferner das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas und das umfangreichste Naturschutzprojekt des Kontinents überhaupt.

Rigorose Naturschutz-Verordnungen stellen heute sicher, dass sich Artenreichtum und landschaftliche Ursprünglichkeit ungestört reproduzieren können. Urlaubsgästen wird der Blick auf die "Naturperlen" des Nationalparks trotzdem nicht vorenthalten: Wer sich an die Bestimmungen hält und ruhig durch die Wälder und Lichtungen streift, kann Tierarten zu Gesicht bekommen, die man schon für ausgestorben hielt. Luchse und Fischotter sind die bekanntesten Vertreter.

Natürlich ist der Bayerische Wald ein Paradies für Wanderfreunde. Gut 130 "wanderbare" Berge sind über 1.000 Meter hoch. Einige unter ihnen reichen nahe an die 1.500-Meter-Grenze heran. Dass einige Berge recht sonderbare Namen wie Arber, Rachel, Osser, Lusen oder Brotjacklriegel tragen, gehört zum Lokalkolorit ebenso dazu wie die Lederhose, die man zumindest auf  Trachtenveranstaltungen noch zu sehen bekommt.

In der Wintersaison, wenn der Bayerische Wald vielerorts Schneesicherheit garantiert, finden sowohl alpine Skifahrer (Skigebiete "Großer Arber", "Geißkopf", "Pröller Dreieck", "Eck", "Hohenbogen", "Mitterdorf", "Voithenberg Gibacht") als auch  Langläufer (gut 2.000 Kilometer gespurte Loipen) alles was Wintersportler suchen.

Die Region Bayerischer Wald spricht aber auch kunst und kulturinteressierte Gäste an. Eine Stippvisite sind z. B. die Städte Straubing, Deggendorf und Passau wert, die auf eine lange und bewegte Historie zurückblicken. Zahlreiche städtische Märkte und Museen stellen den kulturellen Reichtum der Region anschaulich dar. Auch die traditionsreichen Klöster und trutzigen Burgen bzw. Burgruinen im Bayerischen Wald lohnen einen genaueren Blick.

Vielerorten ist allerdings "Glas" das Hauptthema. Das Glasbläserhandwerk (ein Kunsthandwerk) war bereits im Mittelalter im Bayerischen Wald ansässig - und ist es bis heute geblieben. Mehr noch: Der Bayerische Wald gehört seit langem zu den bedeutensten Glaszentren des Kontinents. Und auch wenn die großen Glasfabriken von Zwiesel und Riedlhütte heute selbstverständlich moderne Produktionsverfahren zur Anwendung bringen: die Kunstfertigkeit der traditionellen Glasbläser kann keine Maschine adäquat ersetzen. Daher holen auch in unseren Tagen Glasmacher die glutflüssige, honigartige Glasschmelze mit ihrer langen "Pfeife" aus dem Glutofen, schwenken und drehen sie mit einmaliger Kunstfertigkeit und formen so (vermeintlich) spielerisch leicht wunderschöne Gläser, Kelche, Schalen oder Vasen.

Die anspruchsvollen Glasprodukte aus dem Bayerischen Wald kann man entlang der sog. Glasstraße kennenlernen, die sich auf einer Länge von 250 Kilometern vom "Europäischen Bleikristallzentrum" Neustadt a. d. Waldnaab über Waldsassen bis nach Passau erstreckt. Viele Glashütten und Veredelungswerkstätten haben Schauräume für Gäste eingerichtet. Im Passauer Glasmuseum wird die Verbundenheit mit dem benachbarten Tschechien dokumentiert: das Museum zeigt die weltweit größte Kollektion Böhmischen Glases.

Wer nicht nur leere Gefäße bestaunen, sondern auch gut essen und trinken möchte, findet im Bayerischen Wald viele urgemütliche Gasthäuser bzw. -stuben, in denen regionale  Spezialitäten auf den Tisch kommen. Nach der Mahlzeit empfiehlt sich "zur Verdauung" ein Schluck Bärwurz. Dieser Schnaps wird vornehmlich aus einer krautigen Pflanzen gleichen Namens hergestellt und kann auch in braunen Steingut-Flaschen abgefüllt gekauft werden.


Weitere Seiten zum Thema Pauschalreisen

Balearen, Bayerischer Wald, Frankreich, Griechische Inseln, Marokko, Portugal, Spanien, Tunesien,